Kompakte Spritzgießtechnik und Mikrospritzguss
Spritzgießmaschinen
Die Dr. Boy GmbH & Co. KG zeigte auf der Fakuma 2026 kompakte Spritzgießtechnik, Automation und Anwendungen für den Mikrospritzguss. Im Mittelpunkt standen platzsparende Lösungen, die elektrische Baureihe sowie praxisnahe Beispiele mit LSR, PLA und Einlegeteilen.

Die Fakuma 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie viel Technik auf kleinstem Raum möglich ist (Bild: Boy).
Auf der Fakuma 2026 in Friedrichshafen präsentierte Boy zehn Exponate, davon sieben auf dem eigenen Messestand. Gezeigt wurde ein Querschnitt durch das aktuelle Maschinenprogramm mit kompakten Spritzgießlösungen, automatisierten Anwendungen und Beispielen aus dem Mikrospritzguss. Der Messeauftritt stellte platzsparende Konzepte, die »Electric«-Baureihe sowie Anwendungen mit Flüssigsilikon, medizinischem PLA und Einlegeteilen in den Vordergrund.
Automation auf kleiner Fläche
Ein Schwerpunkt war das neue Linearhandling »LR 5 Compact«. Bei der gezeigten Gesamtlösung sind Handling und Förderband vollständig unter der Schutzhaube integriert. Dadurch kommt die Anwendung ohne zusätzlichen Schutzzaun aus und somit auch ohne die Notwendigkeit von EM67 und EM78. Die benötigte Aufstellfläche sinkt von rund 5,2 auf 3,1 m², die erforderliche Deckenhöhe gibt der Hersteller mit 2,6 m an. Gleichzeitig bleibt die Einheit transportfähig. Die Bedienung ist vollständig in die Maschinensteuerung »Procan Alpha 6« eingebunden, inklusive gemeinsamem Datensatz- und Fehlermanagement.
Elektrische Baureihe und Mikrospritzguss
Die Baureihe »Electric« war mit den Maschinenvarianten 35, 50 und 100 vertreten. An der größten elektromechanischen Maschine des ausgestellten Portfolios wurde die Fertigung von Falttrichtern aus Flüssigsilikon gezeigt, unterstützt durch ein integriertes Linearhandling. Auch die Barista-Anwendung verband Spritzgießtechnik und Automation: Ein kollaborativer Roboter servierte Espresso in Tassen, die zuvor auf der ausgestellten Spritzgießmaschine gefertigt worden waren.
Beim Mikrospritzguss liefen zwei Maschinen des Typs »XS E« mit 100 kN Schließkraft nebeneinander. Eine Anwendung verarbeitete LSR, die andere medizinisches Polylactid. Beide Beispiele zeigten, dass sich auch sehr kleine Bauteile mit vollwertiger Spritzgießtechnik fertigen lassen. Zum Einsatz kamen eine 8-mm-3-Zonen-Schnecke und das First-in-First-out-Prinzip, wodurch Verweilzeiten gering bleiben.
Einlegetechnik und energieeffizienter Einstieg
Eine vertikale Lösung des Typs »35 E VV« fertigte einen Werkzeug-Sterngriff mit Einlegeteilen. Die Zuführung arbeitete mit einer flexiblen Vereinzelung von variobotic: Drei unterschiedliche Bits wurden vereinzelt, vorpositioniert und anschließend mit einem 6-Achs-Roboter eingelegt. Ergänzt wurde das Exponatespektrum durch die »20 E Pro« als kompaktes Einstiegsmodell. Sie nutzt dieselbe servohydraulische Antriebstechnologie wie die weiteren Spritzgießautomaten aus dem Portfolio.


