Recycling von Industrieverpackungen
Kreislaufwirtschaft
Mit einem gemeinsamen Pilotprojekt wollen Rigk und GCR das hochwertige Recycling von Kunststoff-Industrieverpackungen im Sinne der europäischen Verpackungsverordnung voranbringen.

V. l.: Markus Dambeck, Geschäftsführung Rigk, und Santiago Sans, Industrial and Innovation Director bei GCR, während der Anlagentests (Bild: GCR/Rigk).
Die Rigk GmbH und GCR Sustainable Plastic Solutions haben ein europaweites Pilotprojekt zum Recycling von Kunststoff-Industrieverpackungen gestartet. Ziel ist es, nachzuweisen, dass komplexe Verpackungsströme mit hoher Materialqualität, Rückverfolgbarkeit und Prozesssicherheit wieder in technische Anwendungen zurückgeführt werden können. Als Ausgangsmaterial dienen Verpackungen aus dem Rücknahmesystem Pamira für Pflanzenschutz- und Flüssigdüngerverpackungen sowie aus dem System der GVÖ für Schmierstoffverpackungen. Beide Systeme gewährleisten nach Angaben der Projektpartner hohe Rücknahmequoten, standardisierte Vorreinigungsprozesse und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Materialströme.
Die Recyclingversuche wurden Ende Februar 2026 in einer mechanischen Recyclinganlage von GCR durchgeführt. Dort kamen Verfahren wie Heißwäsche, moderne Sortiertechnik, Extrusion, Verstärkungsadditive sowie Systeme zur Geruchsreduktion zum Einsatz. Ziel war es, Rezyklate zu erzeugen, die sich ohne unerwünschte Wechselwirkungen erneut in industrielle Produktionsprozesse integrieren lassen. Die Materialqualität wurde anschließend umfassend analysiert. Dazu gehörten Untersuchungen der Materialreinheit, möglicher Kontaminationen sowie mechanischer und rheologischer Eigenschaften. Mithilfe von Gas- und Flüssigphasen-Chromatografie wurden flüchtige Stoffe und Verunreinigungen überprüft. Zusätzlich können Produktionsprozesse im Pilotmaßstab simuliert werden, um die industrielle Eignung der Rezyklate zu bewerten. Nach Angaben der Partner zeigen die ersten Ergebnisse, dass flüchtige Stoffe entfernt und Kreuzkontaminationen vermieden werden konnten. Zusätzliche Versuche gemeinsam mit Industriepartnern sollen die Ergebnisse weiter bestätigen.
Nach erfolgreicher Validierung gaben die Projektpartner bekannt, dass mehrere europäische Verpackungshersteller signalisierten, die entwickelten Rezyklate nach Abschluss weiterer technischer Prüfungen schrittweise in ihre Produktion zu integrieren. Mit dem Pilotprojekt sollen die Grundlagen für robuste und nachvollziehbare Kreislauflösungen geschaffen und die Anforderungen der europäischen Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR) frühzeitig unterstützt werden.


