Heißkanal-Lösungen für mehrere Branchen
Heißkanalwerkzeuge und Heißkanalnormalien (Hotrunner)
Auf der Fakuma 2026 zeigt Oerlikon HRSflow in Halle A1, Stand 1211, Heißkanaltechnik für Verpackung, Kosmetik, Medizin und Automotive. Im Fokus stehen das nadellose »Stargate HRS«, Düsen für transparente Tiegel, »Glow HRS« für Sichtteile.

Das nadellose Heißkanal-Düsenkonzept »Stargate HRS« nutzt ein mechanisches System zum Öffnen und Verschließen der Düse (Bild: Oerlikon HRSflow).
Zur Fakuma 2026 zeigt Oerlikon HRSflow seine Heißkanal-Lösungen für unterschiedliche Spritzgießanwendungen. Der Messeauftritt reicht von Verpackungen über Kosmetik und Medizintechnik bis zu Automotive-Bauteilen. Gezeigt werden unter anderem ein nadelloses Düsenkonzept, neue Einsatzfelder für dickwandige transparente Tiegel, Lösungen für sichtbare Oberflächen sowie Anwendungen bei Partnerunternehmen.
Nadellose Düse und transparente Verpackungen
Das Heißkanaldüsenkonzept »Stargate HRS« basiert auf einem mechanisch bewegten Zentralverschluss. Nach der Markteinführung im vergangenen Jahr wird die Lösung nicht nur für PP und r-PP im Kontext der PPWR-Anforderungen gezeigt, sondern auch für PMMA und ABS. Damit erweitert sich der Einsatzbereich über mehrere Marktsegmente. Die Konstruktion unterstützt schnelle Farbwechsel und eine wirksame Kühlung, was kürzere Zykluszeiten und eine höhere Produktivität ermöglicht. Aus Kundenerfahrungen werden laut Herstellerinformation geringere Wandstärken, niedrigere Bauteilgewichte und verkürzte Zykluszeiten berichtet.
Für Kosmetikverpackungen werden Nadelverschlussdüsen der »Xp«-Serie angeboten. Sie wurden für dickwandige, transparente Bauteile mit Schussgewichten bis 70 g ausgelegt. Die thermische Regelung der Düse und eine neue Endringlösung sollen eine stabile Spritzgießqualität bei (r-)PET sowie recycelbaren Copolyestern wie PETG, PCTA und PCTG unterstützen. Weitere Materialien werden derzeit getestet.
Am Stand werden Kosmetiktiegel mit verschiedenen Geometrien aus »Cristal One Renew IM812« von Eastman gezeigt. Das Material kann nach Massenbilanz einen Recyclinganteil von bis zu 100 % erreichen und erlaubt Wandstärken bis 12 mm. Entwicklungspartner waren Cromes und Technicaps.
Medizintechnik und Automotive
Im Bereich Medizintechnik wird ein Luer-Lock-Bauteil mit Direktanspritzung vorgestellt. Es besteht aus »LNP Elcrin W1000JiQ«, einem PBT von Sabic, das Guztec Polymers aus chemisch recyceltem PET gewinnt. Für besondere Anforderungen kann das Bauteil auch aus PEEK produziert werden. Das zugehörige Multikavitätenwerkzeug arbeitet mit »Techflow HRS«-Nadelverschlussdüsen. Externe Endringe erhöhen die Verschleißfestigkeit und eignen sich für abrasive, verstärkte Thermoplaste, darunter flammwidrige Typen mit engem Verarbeitungsfenster. Ein gleichmäßiges Temperaturprofil unterstützt den Maschinenneustart und die Maßhaltigkeit der Luer-Lock-Anschlüsse. Das Werkzeug stammt von C.P. Stampi und nutzt ein automatisches Ausschraubsystem von Moulding Devup.
Für Sichtteile aus amorphen Kunststoffen wird »Glow HRS« gezeigt. Die kompakte Lösung ist für das direkte Anspritzen von Formteilen ausgelegt und soll Halos im Bereich des Anspritzpunktes vermeiden. Außerdem wird ein kratzfester Stoßfänger gezeigt, bei dem PUR-Beschichtung und Dekorfolientechnologie in einem Prozess kombiniert werden. Dadurch sinken Produktionszeit und Investitionskosten gegenüber einem zweistufigen Verfahren. Das Heißkanalsystem ist für die Integration beider Technologien ausgelegt und arbeitet mit neun konischen Nadelverschlussdüsen. Projektpartner sind Borealis, Cannon, DNP, Engel, Inevo und die Inabata-Gruppe.
Die Fakuma findet vom 12. bis 16. Oktober 2026 in Friedrichshafen statt.


