Schutzbrillen für Krankenhäuser und Rettungswesen

Artikel vom 27. April 2020
Kunststoffspritzmaschinen

Der Spezialchemiekonzern Ems-Chemie, der Schutz- und Sicherheitsbrillenhersteller Uvex sowie der Kunststoffmaschinenbauer Arburg haben darüber nachgedacht, wie Rettungsdiensten, Krankenhäusern und medizinischem Personal in der aktuellen Situation schnell geholfen werden kann.

Schnell wurde aus einem Messe-Demonstrator eine sinnvolle Schutzbrille (Bild: Arburg).

Schnell wurde aus einem Messe-Demonstrator eine sinnvolle Schutzbrille (Bild: Arburg).

Die Antwort: Herstellung von Schutzbrillen zum Schutz des Augen- und Bindehautgewebes vor Kontamination, gedacht für Fachpersonal wie Ärzte, Pfleger, Schwestern und Einsatzhelfer. Am Montag, 30.03.2020, ereilte den Kunststoffmaschinenbauer nämlich ein Hilferuf aus dem Krankenhaus Rottweil. Eine Ärztin habe gehört, dass das Loßburger Unternehmen auf einer Messe Schutzbrillen hergestellt habe, die sie und ihre Kollegenschaft dringend brauchen könnten. Schnell war in Loßburg das Projekt »Schutzbrillen« initiiert.

Nach einigen Abstimmungs- und Koordinationsmaßnahmen zwischen Arburg, Ems und Uvex, die seit langem partnerschaftlich und intensiv zusammenarbeiten, war schnell klar, dass diese Artikel mit einem relativ geringen Aufwand in relevanter Stückzahl direkt beim Maschinenhersteller produziert werden können.

Brillenfertigung während der K 2019

Bereits zur Kunststoffmesse K 2019 im Oktober in Düsseldorf zeigten die drei beteiligten Unternehmen die vollautomatisierte Herstellung solcher Sonnenbrillen als Messe-Demonstrator. Die unbürokratische Abstimmung zwischen den Beteiligten ergab, dass aus den damals schon sehr dichten Sonnenbrillen schnell, mit dem gleichen Werkzeug und daraus folgend gleichem Design auch Schutzbrillen herzustellen sind. Danach ging alles Weitere entsprechend rasch.

Nachdem Ems dem Einsatz des Werkzeugs zugestimmt und sich Uvex bereiterklärt hatte, die Brillen durch eine Schnellzertifizierung auch für die neue Verwendung nutzbar zu machen, baute Arburg die Produktionsanlage mit Entnahmeroboter in seinem neuen Schulungscenter auf. Die Brillen kommen in einem Spitzgießvorgang »ready to use« aus der Maschine. Danach werden sie zur endgültigen Weitergabe manuell einzeln in Schlauchfolienbeutel mit Sicherheits- und Infodatenblättern verpackt. Das Material für die erste Charge, rund 500 kg transparentes »Grilamid TR« (PA12), stellte der Materialhersteller kostenfrei zur Verfügung.

Verteilung über offizielle Stellen

Die Kooperationspartner teilen sich die ersten 20.000 Schutzbrillen und wollen sie kostenlos über offizielle Stellen an Krankenhäuser, Altersheime und Zivilschutzorganisationen in Deutschland und der Schweiz abgeben.

Teilen
PDF-Download
Weiterempfehlen
Drucken
Hersteller aus dieser Kategorie