Nachhaltigkeit rückt auch in den Fokus mittelständischer Unternehmen

Artikel vom 28. April 2021
Verbände, Ausbildung und Weiterbildung

Der Handlungsdruck auf Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit steigt – nicht zuletzt, weil Verbraucher zunehmend bei der Konsumgüterwahl auf soziale und ökologische Aspekte achten. Beim »Innonet special« Anfang März lieferte Partnerunternehmen Arburg konkrete Ansätze seiner Nachhaltigkeitsstrategie und präsentierte mögliche Lösungskonzepte.

Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt auch den Mittelstand (Bild: Innonet/Arburg).

Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt auch den Mittelstand (Bild: Innonet/Arburg).

Martin Mühlen, Gebietsverkaufsleiter bei Arburg und langjähriges Innonet-Steuerkreismitglied, begrüßte fast 100 anwesende Zuhörer zur Online-Veranstaltung und übergab an Hauptredner Bertram Stern, Manager Packaging Circular Economy beim Loßburger Maschinenbauer:

»Nachhaltige Entwicklung soll die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigen, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können«, lautet eine der wichtigsten Definitionen. Kunststoff werde gern mit Abfall pauschalisiert, dabei sei nicht immer Kunststoff das Problem, sondern der Umgang damit sowie fehlende Strukturen und soziopolitische Voraussetzungen.

»Arburg Green World«

Mit dem Programm »Arburg Green World« will das Unternehmen neue Verfahren, Konzepte und Aktivitäten bündeln, die Stern im Rahmen seines Vortrags präsentierte. »Ziel ist es dabei, die Produktionseffizienz der Kunststoffverarbeitung in allen Bereichen kontinuierlich zu steigern, deren CO2-Fußabdruck nachhaltig zu reduzieren und den Einsatz von Rezyklaten und Biokunststoffen voranzutreiben«, so Stern.

Gesetzgebung und Gesellschaft zwingen Unternehmen, Materialressourcen intelligent zu nutzen, neue Verfahren und Konzepte für Kunststoffrecycling zu entwickeln sowie vermehrt Rezyklate und biobasierte Kunststoffe zu nutzen, um den Primärmaterialeinsatz zu reduzieren und effizienter zu gestalten.

Um den gesellschaftlichen und politischen Anforderungen gerecht werden zu können, muss Kunststoff als Wertstoff betrachtet werden, der in geschlossene Kreisläufe überführt werden kann. Auch, die Reduktion des Verbrauchs, die Optimierung der Produkte, die Reparations- und Rezykliermöglichkeiten, sowie das Mehrfachverwenden sind Schlagworte, die in diesem Zusammenhang genannt wurden.

Dank digitaler Wasserzeichen lassen sich Kunststoffe eindeutig bestimmen, getrennt, aufbereiten und wiederverwenden (Bild: Innonet/Arburg).

Dank digitaler Wasserzeichen lassen sich Kunststoffe eindeutig bestimmen, getrennt, aufbereiten und wiederverwenden (Bild: Innonet/Arburg).

Eine effiziente Kreislaufwirtschaft könne nur durch eine ganzheitliche Digitalisierung ermöglicht werden, die neue Verfahren und Konzepte einbezieht. Hierzu zählten u. a. Markierungsverfahren für Kunststoffprodukte, um diese später sortenrein trennen zu können. Genannt wurde hier die Initiative »Holy Grail 2.0«, ein digitales Wasserzeichen, das gedruckt oder geprägt wird und bei dem Kunststoffe bis hin zu Cradle-to-Cradle eindeutig bestimmt, getrennt, aufbereitet und wiederverwendet werden können.

Intensive Zusammenarbeit für Wertschöpfungskette nötig

Bei ganzheitlicher Anwendung dieser Verfahren oder Kombinationen davon bestünde die Möglichkeit, eine große Menge an Rezyklaten herzustellen und damit einen Teil des Kreislaufes zu schließen. Voraussetzungen hierfür seien ein starker Wille sowie die intensive Zusammenarbeit von Unternehmen und Institutionen in der gesamten Wertschöpfungskette, was jedoch derzeit an verschiedenen Hindernissen scheitere.

Während des interessanten Vortrages wurden in mehreren interaktiven Blöcken die Fragen des Publikums beantwortet und Ergebnisse direkt zur Verfügung gestellt. Bei der Diskussion stellte sich heraus, dass für die Teilnehmenden die angesprochene Regulatorik wie der Green Deal der EU-Kommission sowie wirtschaftliche Notwendigkeiten und Erfolge die zentralen Themen waren. »Mit der Nachhaltigkeit ist es wie mit der Innovation: Wir dürfen sie nicht zur Sache einer Abteilung machen, sie muss integraler Bestandteil aller Unternehmenstätigkeiten werden und somit auch zu einem profitablen Unternehmensweg führen«, war das Resümee.

Auch seitens der Gesetzgebung werde auf diesem Gebiet noch mehr passieren müssen, aber Stern ist fest davon überzeugt, dass die Entwicklungen hier immer mehr Tempo gewinnen werden. Allerdings seien öffentliche und private Nutzer gefordert, umzudenken, um die industriellen Prozesse in ihrer Notwendigkeit zu unterstützen.

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