Materialprüfung, Compounds und digitale Tools

Artikel vom 2. September 2026
Polyacetale (POM)

Meraxis zeigt auf der Fakuma 2026 in Halle A6 an Stand 6323 Prüfleistungen, Compounds und digitale Werkzeuge für Kunststoffverarbeiter.

Meraxis präsentiert auf der Fakuma 2026 ein erweitertes Portfolio für Kunststoffverarbeiter zu den Themen Materialbeschaffung, Rezepturentwicklung, normgerechte Prüfungen, Compoundierung und digitale Services entlang der Wertschöpfungskette. Seit Anfang 2026 gehören ein Compoundierwerk in Velen sowie akkreditierte Prüflabore zum Angebot. Damit lassen sich Entwicklungsschritte bündeln, die sonst häufig über mehrere Dienstleister laufen: von der Materialauswahl über Muster und Versuchsreihen bis zur dokumentierten Prüfung.

Eigene Fertigung für kundenspezifische Materialien

Kundenspezifische Compounds entstehen seit Januar 2026 in einem eigenen Werk mit einer Jahreskapazität von 50.000 Tonnen. Die Anlage produziert für Anwendungen unter anderem in der Automobil- und Möbelindustrie, in der Medizintechnik sowie für Haushaltsgeräte. Das PP-Portfolio umfasst mineral- und glasfaserverstärkte, elastomermodifizierte und flammgeschützte Typen. Füllstoffe wie Talkum, Kreide, Glaskugeln oder Glasfasern lassen sich bis zu einem Füllgrad von 70 % kombinieren.

Bei Weich-PVC stehen Varianten mit Shore-Härten von A 45 bis 98 und D bis 50 zur Auswahl, darunter glasklare, kälteflexible, flammgeschützte oder treibmittelhaltige Ausführungen. Ergänzend werden TPEs, ABS, SAN, ASA, PA, PS, PC, PMMA, HDPE, LDPE und PP/PA-Blends angeboten. Das Werk verarbeitet sowohl PIR- als auch PCR-Rezyklate. Je nach Anforderung ist ein Rezyklatanteil von bis zu 100 Prozent bezogen auf den Polymeranteil möglich, auf Wunsch auch emissionsoptimiert.

Akkreditierte Prüfungen für Materialien und Bauteile

Vor dem Serieneinsatz neuer Werkstoffe sind je nach Anwendung umfangreiche Nachweise erforderlich. Die Anforderungen nehmen zu, etwa durch Werksnormen in der Automobilindustrie oder gesetzliche Rezyklatquoten in der Verpackungsbranche. Weil recycelte Werkstoffe stärker schwankende Materialdaten aufweisen können, steigt auch der Prüf- und Dokumentationsaufwand.

Der Laborverbund bietet laut Unternehmensangabe mehr als 500 Prüfverfahren, darunter 64 akkreditierte Methoden nach DIN EN ISO/IEC 17025:2018. Auf 1.250 Quadratmetern Laborfläche deckt das Spektrum chemische Analytik, physikalisch-mechanische Prüfungen, Bewitterungs- und Klimaprüfungen, Mikroskopie sowie Oberflächencharakterisierung ab. Qualifizieren lassen sich Kunststoffe, Materialmischungen, Komposite, Rezyklate und beschichtete Bauteile.

Digitale Werkzeuge für Entwicklung und Lieferkette

Am Messestand ist auch das Deep-Tech-Unternehmen Polymerize vertreten. Über dessen Materialinformatik-Plattform erhalten Anwender Zugang zu einer KI-gestützten Lösung, die Versuchs- und Produktionsdaten auswertet. Sie erkennt Zusammenhänge zwischen Formulierungen und Eigenschaften und kann Rezepturen sowie Prozessparameter vorschlagen. So sollen sich Entwicklungszyklen verkürzen, Ressourcen gezielter einsetzen und Produkte schneller zur Marktreife bringen lassen.

Zum digitalen Angebot gehört außerdem ein Kundenportal, das Bestell- und Lieferinformationen bündelt, CO₂-Footprint-Reports für Materialien und Transporte bereitstellt und CO₂-ärmere Rezyklat-Alternativen vorschlägt. Zudem lassen sich Lieferungen in Echtzeit verfolgen.

Die Fakuma findet vom 12. bis 16. Oktober 2026 in Friedrichshafen statt.

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