Mehrfarben-Mischkopf und dünne PUR-Beschichtung

Artikel vom 8. Oktober 2026
Maschinen und Anlagen für die Oberflächentechnik

KraussMaffei zeigt zur Fakuma 2026 in Halle A7, Stand 7303, Weiterentwicklungen der »ColorForm«-Technologie: Ein Mehrfarben-Mischkopf ermöglicht automatisierte Farbwechsel im Prozess und eine PUR-Dünnschicht von 0,1 mm senkt den Materialeinsatz bei thermoplastischen Bauteilen.

Die Dünnschichttechnologie ermöglicht 0,1 mm PUR-Schichtdicke (Bild: KraussMaffei).

Die Dünnschichttechnologie ermöglicht 0,1 mm PUR-Schichtdicke (Bild: KraussMaffei).

KraussMaffei stellt auf der Fakuma 2026 zwei Weiterentwicklungen vor. Im Mittelpunkt stehen ein Mehrfarben-Mischkopf für den automatisierten Farbwechsel im laufenden Produktionsprozess sowie eine Polyurethan-Beschichtung mit 0,1 mm Schichtdicke. Beide Ansätze zielen darauf, Serienprozesse flexibler zu gestalten, Rüstaufwand zu reduzieren und den Materialeinsatz bei Sichtoberflächen zu senken.

Automatisierte Farbauswahl im Produktionsprozess

Die neue Mischkopftechnologie ist für die Serienproduktion farbiger Bauteile ausgelegt. Mehrere Farben stehen gleichzeitig am Mischkopf bereit und können automatisch ausgewählt werden. Ein Austausch von Farbdüsen, Farbeinheiten oder Farbmodulen ist dafür nicht erforderlich und auch der Mischkopf muss nicht ausgebaut werden.

Bisher war bei entsprechenden Anwendungen ein manueller Eingriff am Mischkopf notwendig. Zwar ließ sich der Wechsel bereits mit hoher Geschwindigkeit durchführen, der Produktionsablauf musste jedoch unterbrochen werden. Mit dem neuen Ansatz bleiben alle benötigten Farben dauerhaft angeschlossen. Die Anlage wählt die gewünschte Farbe aus, während die übrigen Materialien weiter im Kreislauf zirkulieren. Dadurch kann der Farbwechsel direkt im Prozess erfolgen, ohne mechanische Umrüstung.

PUR-Schicht mit 0,1 mm Dicke auf Thermoplast-Bauteilen

Einen weiteren Meilenstein erreichten KraussMaffei und die Siegfried Hofmann GmbH bei der Reduzierung der PUR‑Schichtdicke. Beide Unternehmen entwickeln die »ColorForm«-Technologie seit 2008 gemeinsam weiter. Thermoplast-Bauteile lassen sich nun direkt im Spritzgießwerkzeug mit einer Polyurethan-Schicht von 0,1 mm beschichten. Bisher wurden bei dem Verfahren kratzbeständige Sichtoberflächen mit Schichtdicken von bis zu 0,5 mm umgesetzt.

Die Verringerung der Schichtdicke kann den Materialeinsatz um bis zu 80 % reduzieren. Erreicht wurde dies durch Optimierungen bei der Bauteilfixierung, am Dichtsystem, am Vorspritzling und am Mischkopf. Nach Angaben des Maschinenbauers lassen sich die dünnen PUR-Schichten prozesssicher und mit hoher Oberflächenqualität im Werkzeug realisieren. Das Entwicklungswerkzeug orientiert sich in Auslegung und Abmessungen an Exterieur-Automobilbauteilen wie Blenden oder Streuscheiben.

Beide Entwicklungen werden erstmals auf der Fakuma 2026 vorgestellt. Die Messe findet vom 12. bis 16. Oktober 2026 in Friedrichshafen statt.

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