TotalEnergies übernimmt Recyclinganlage »Grandpuits« vollständig
Werkstoff-, Verfahrens- und Methodenentwicklung
TotalEnergies hält nach dem Erwerb der übrigen 35 % die Recyclinganlage »Grandpuits« vollständig. Der Standort verarbeitet seit März 2026 bis zu 15.000 Tonnen schwer recycelbare Kunststoffabfälle pro Jahr zu synthetischem Öl für petrochemische Rohstoffe.

Bild: TotalEnergies.
TotalEnergies hat im Zuge der Neuordnung der Anteilseignerstruktur von Plastic Energy dessen 35-%-Beteiligung an der Anlage für fortgeschrittenes Kunststoffrecycling in Grandpuits übernommen. Zuvor hielt das Unternehmen bereits 65 %. Damit befindet sich der Standort nun vollständig im Eigentum des Unternehmens.
Die Anlage liegt im Département Seine-et-Marne und hat im März 2026 die Produktion aufgenommen. Ihre jährliche Kapazität liegt bei 15.000 Tonnen Kunststoffabfällen. Verarbeitet werden schwer recycelbare Abfälle aus französischen Haushalten, darunter Materialien aus gelben Recyclingbehältern. Diese Stoffströme werden laut Mitteilung bislang deponiert oder verbrannt.
Pyrolyse für schwer recycelbare Kunststoffabfälle
Im Zentrum des Verfahrens steht ein Pyrolyseprozess. Dabei werden die Kunststoffabfälle in einer sauerstofffreien Umgebung auf hohe Temperaturen erhitzt. So entsteht ein synthetisches Öl. Der Prozess soll Abfälle nutzbar machen, die sich mechanisch nicht recyceln lassen.
Das synthetische Öl dient als zirkulärer petrochemischer Einsatzstoff und kann fossile Rohstoffe in der Kunststoffproduktion ersetzen. Aus dem Einsatzstoff lassen sich nach Angaben des Unternehmens Rezyklate herstellen, die eine Qualität erreichen, die mit Neuware vergleichbar ist.
Langfristige Versorgung mit Kunststoffabfällen
Für die Versorgung der Anlage wurde bereits 2023 eine Vereinbarung mit den französischen Partnern Citeo und Paprec geschlossen. Ziel dieser Vereinbarung ist es, die langfristige Belieferung mit Kunststoffabfällen abzusichern.
Der Standort ist Teil der französischen Wertschöpfungskette für fortgeschrittenes Kunststoffrecycling. Er verbindet die Erfassung gemischter Haushaltsabfälle mit einer stofflichen Nutzung, die über mechanisches Recycling hinausgeht. Damit sollen schwer recycelbare Kunststofffraktionen wieder als Rohstoff in petrochemische Prozesse zurückgeführt werden.


