80 Jahre Weiss Kunststoffverarbeitung

Artikel vom 20. April 2026
Spritzgießen/Pressen

Vom Maschinenbau über den Werkzeugbau zur Kunststoffverarbeitung: Das ist, ganz kurz in drei Begriffe gefasst, die 80-jährige Geschichte der Weiss Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. KG in Illertissen. Für das Unternehmen sind die Perspektiven im Jubiläumsjahr gut, es meldet volle Auslastung und investiert.

Werk Illertissen (Bild: Weiss).

Werk Illertissen (Bild: Weiss).

1946 von den Brüdern Benno und Franz Weiß gegründet, etablierte sich das Unternehmen zunächst als Maschinenbauer mit hoher Fertigungstiefe. Aluminiumguss, Kunstharzpressteile und sogar Elektromotoren wurden im eigenen Haus gefertigt. In den 1960er-Jahren fokussierte sich Weiss zunehmend auf die Kunststofftechnik: 1966 ging die erste vollautomatische Spritzgießmaschine in Betrieb.

Heute ist Weiss vor allem in der Automobilindustrie, im Maschinenbau und in der Elektroindustrie – einschließlich der Elektromobilität – ein gefragter Partner für die Entwicklung und Produktion von anspruchsvollen Spritzgussteilen. Am Stammsitz in Illertissen sind 168 Mitarbeiter beschäftigt, im Werk Györ/Ungarn, das Weiss 2011 gegründet hat, sind es 96. Kontinuierliche Investitionen und Werkserweiterungen an beiden Standorten tragen dem zunehmenden Auftragsvolumen Rechnung und schaffen zugleich die Voraussetzung für weiteres Wachstum.

Höchste Qualitätsstandards

Zu den Kernkompetenzen von Weiss gehören neben dem Kunststoff-Spritzguss nach höchsten Qualitätsstandards auch der eigene Werkzeug- und Formenbau sowie die (teil-)automatisierte Montage von Bauteilen zu Systemkomponenten. Jürgen B. Weiß, geschäftsführender Gesellschafter in dritter Generation: »Dabei profitieren wir von der ›Arbeitsteilung‹ der beiden Standorte: Montageaufgaben mit hohem manuellem Anteil lassen sich gut in Györ erledigen, hoch automatisierte in Illertissen.« Dort wird insbesondere die robotergestützte Automatisierungstechnik mit hoher Engineering-Kompetenz im eigenen Haus projektiert – für die Baugruppenmontage, aber auch für das Kennzeichnen von Bauteilen und die 100%-Prüfung der gefertigten Spritzgussteile und Komponenten.

Das laufende (Jubiläums-)Jahr steht – Stand April 2026 – unter guten Vorzeichen. Jürgen B. Weiss: »Beide Werke sind schon jetzt gut ausgelastet und aktuell befinden sich anspruchsvolle und volumenstarke neue Kundenbauteile im Hochlauf. Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht grundlegend verschlechtern, erwarten wir am Jahresende ein Umsatzplus von rund 5%. Und nachdem wir uns 2025 mit Investitionen in neue Anlagen eher zurückgehalten haben, werden wir in diesem Jahr rund eine Million Euro investieren – in neue Spritzgießmaschinen, aber auch in die Automatisierung sowohl in der Montage als auch in der Intralogistik und in der Verpackung. Da können wir Rationalisierungspotenzial erschließen, und das brauchen wir auch, weil wir vor weiteren Serienanläufen stehen, unter anderem aus den Bereichen Haushaltsgeräte, Batterietechnik und auch Automotive.« Schon jetzt produziert Weiss werktäglich rund 675.000 kundenspezifische technische Kunststoffbauteile. Noch in diesem Jahr wird sich diese Menge deutlich steigern.

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